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Umdenken beim Einkaufen: DI Dr. Johannes Klinglmayr (LCM) koordiniert das europäische Forschungsprojekt ASSET, um nachhaltiges Konsumverhalten zu fördern. Bildnachweis: lcm.at /© Linz Center of Mechatronics GmbH

Die Linzer Forschungseinrichtung LCM – Linz Center of Mechatronics GmbH entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Deutschland, der Schweiz, Spanien und Estland eine neue Kommunikations- und Informationsplattform für Konsumgüter. Über eine Smartphone-App können Konsumenten ihr Kaufverhalten so bewusst nachhaltiger gestalten. Unterstützt und gefördert wird das Projekt ASSET vom weltweit größten Forschungs- und Innovationsförderprogramm „Horizon 2020“ sowie von der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria. Die Partner fanden einander über das Enterprise Europe Network.

Mehr Über- und Durchblick beim täglichen Einkaufen im Supermarkt– das wünschen sich viele Konsumenten. Zum einen, um umweltbewusster, nachhaltiger und sinnvoller einkaufen zu können, zum anderen, um die regionale Wirtschaft zu stärken. Mit der neuen Kommunikations- und Informationsplattform ASSET (Assistant Evaluation Technology) vom Linzer Forschungsinstitut LCM soll das in Zukunft möglich sein.

Neutrale Einkaufshilfe
Über eine Smartphone-App erstellen Konsumenten ein persönliches Profil, in dem sie anonymisiert Kaufkriterien speichern. Sie legen auch fest, welche Werte (z. B. Regionalität, genfrei, faire Arbeitsbedingungen, keine tierischen Stoffe etc.) bei ihrer Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Auf einer gemeinsamen Plattform werden Informationen zu Produkten untereinander ausgetauscht und so zu wertvollen Einkaufshilfen bzw. zu Entscheidungskriterien. Nachhaltiges Kaufverhalten wird damit bewusst gefördert.

Produktinformationen „to go“ und in Echtzeit
Und so funktioniert’s: Sobald man einen Supermarkt betritt und vor einem Regal steht, erhält man über die App eine individuelle Empfehlung darüber, welche der angebotenen Produkte am besten zum vorher gespeicherten Profil passen. Die Kommunikation zwischen dem Regal und der Smartphone-App passiert über eine im Supermarkt installierte spezielle Hardware. Darüber hinaus erhält der Kunde in Echtzeit Zugang zu einer hinterlegten großen Datenbank. Darin findet man Produktinformationen zu Inhaltsstoffen, CO2-Bilanz, Herstellungsprozess, Arbeitsbedingungen bei der Herstellung etc. und kann diese auch teilen. Und was hat das mit Mechatronik zu tun? Johannes Klinglmayr, Projektkoordinator beim Linz Center of Mechatronics: „Unser Ziel ist es, den interdisziplinären Charakter der Mechatronik zu zeigen. Wir sind stolz, dass das Projekt auf Anhieb genehmigt wurde und eine Förderung der Europäischen Kommission erhält. Die Unterstützung durch Business Upper Austria bei der Partnersuche war dabei sehr wertvoll.“

Mehrwert für alle Beteiligten
Auch die Supermärkte profitieren davon. Sie erhalten anonymisiert wichtige Informationen über Trends und Bewusstsein ihrer Kunden. Das führt wiederum dazu, dass sie ihnen einen echten Mehrwert in Form individualisierter Produktinformationen anbieten können. Denn mehr Transparenz führt zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum. Das wiederum führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu nachhaltigerem Kaufverhalten und letztendlich auch zur nachhaltigeren Herstellung von Konsumgütern. In rund zwei Jahren soll die Plattform verfügbar sein.

www.lcm.at