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oder: Wie man seinen Dienstleister verführerisch anrennen lässt.

Ja, auch so etwas darf und muss einmal gesagt werden!

Im Leben begegnet man vielen Menschen mit noch mehr farbenfrohen Charakteren. Ich traf unter anderen auf Puristen, die mich antrieben und weiterbrachten, fachlich wie menschlich. Mein Dank ist nicht endend wollend. Die sind aber eher selten, deshalb umso wertvoller. Meist bleiben sie eine Weile, da die Resonanz herzlich ist.

Hie und da schleichen sich aber auch Interpreten sortenreiner Kalauer ein. Was die nicht alles halluzinieren – und das rund um die Uhr. So auch im Folgenden.

Jetzt wird es wohl kaum keinen exorbitant irritieren, wenn ich behaupte, dass letztgenannte Gattung auch in regionalen Unternehmen gastiert, und zuweilen, wenn auch äußerst selten (und noch schlimmer) ihm vorsteht und es verantwortet.

Da sprießen hohle Verbal-Projekte höchster Güte nur so aus der Erde, so als bestünden deren Hände nur noch aus grünen Daumen. Mein Auftragsbuch in Puncto Text und Zeitschriftenkonzept bläht sich plötzlich in einer Üppigkeit, die man sonst nur in den „berühmten Gärten Japans“ findet (En passant: Die Vergleiche mit Garten und grünen Daumen weißen nicht zwingend auf die Branchenzugehörigkeit hin).

Der Realität skurrile Blütenpracht
Euphorisch meißelte ich einen Artikel nach dem anderen ins Word, eine Ideenseite und eine Konzeptseite nach der anderen. Für die neue Zeitung (und ein Hochglanzprospekt). Beide Disziplinen, also Schreiben und Zeitschriften, sind ja meine großen Leidenschaften.

Nach rund zwei Monaten intensiven Invests vereisen unerwartet die jungfraulichen Blüten – schlagartig ist nichts mehr recht. Schreib ich etwa am Thema vorbei? Passt der geerdete Stil nicht? Braucht’s mehr Sprachdünger? Sind meine Ideen fad? Keine Ahnung.

Nix los ohne Moos?
Bis heute tapsen wir in trüber Unsicherheit, mein leidenschaftlicher Kollege der betreuenden Agentur, der ich zu-schreibe und ich. Elektronisch erreichte uns die seichte Mitteilung, man werde das Projekt „auf Eis legen“. Es sei doch nicht das, was man sich erwartet habe (nachdem die Zeitung so gut wie fertig ist?) und außerdem sei keine Zeit mehr für sowas.
Zeitschriften installieren und herausgeben ist arbeitsintensiv. Hatten wir nicht eine große angelegte Redaktionssitzung, wo wir darüber sprachen? Eine arbeitsfreundliche effiziente Arbeitsteilung vereinbarten?

Und jetzt blüht uns was …
…denn jetzt liegen wir da, mein Kollege und ich. Seit Anfang April auf Eis gebettet und frösteln vor uns hin. Konkrete Begründung / Erklärung? Miteinander reden, Klarheit schaffen, zu Ende bringen, was begonnen wurde? Fehlanzeige, bis heute.
Profis arbeiten anders.

Die krönende Anmerkung nichts bezahlen zu wollen, für die in Auftrag gegebene und redlich geleistete Arbeit, lässt für mich nur einen Rückschluss zu: Profis sehen anders aus!

Ja, auch so etwas darf und muss einmal gesagt werden!

Euer verwunderter Hubert D.

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Bild: fotolia.com / kapona